http://dekanat-heidenheim.de/uploads/images/titelbilder/dekanat-wir über uns-startseite.jpg

In unserem Dekanat geht es ausgesprochen ländlich zu. Es stimmt: wir haben keinen Bahnhof, keine Ampel, keinen Zebrastreifen, keine höhere Schule. Das gibt es sonst in keinem anderen Dekanat Bayerns. Dafür haben wir aber das, wonach andere sich inmitten von Hektik, Stress, Verkehrslärm und Abgasen sehnen: Ruhe, Einsamkeit und Stille, Geschichte und Kultur, Verwurzelt sein in Traditionen – und auf dieser Basis zugleich Offenheit für Neues.

Wollte ein Journalist etwa einer norddeutschen Zeitschrift Bayern beschreiben, käme wohl ein Mosaik aus Ländlichkeit und Kirchentreue, aus christsozialer Gesinnung und Fortschrittsmisstrauen, im Vordergrund ein Dörflein mit spitzem Kirchturm inmitten wogender Felder, hinten der Anstieg zum Gebirge heraus. Und inmitten dieser Szenerie ein lederbehoster Gamsbartträger auf dem Weg in die katholische Messe. Auf dem Hahnenkamm würde der norddeutsche Journalist fast alles finden, was sein vorurteilsbefrachtetes Herz begehrt, bis auf den katholischen Gamsbartträger, den man hier im evangelischen Altmühlfranken vergeblich suchen wird. Verkehrserschließung oder Industrialisierung: An dem Höhenzug zwischen Treuchtlingen und dem Ries ist alles fast spurlos vorübergezogen.

Doch so am Rande des Geschehens wie heute lag Heidenheim freilich nicht zu allen Zeiten. 752 gründete der angelsächsische Missionar Wunibald, ein Schüler und Verwandter des Bonifatius, in Heidenheim ein Benediktiner-Kloster, das mit Unterbrechungen bis ins 16. Jahrhundert ein zentraler Ort geistlichen Lebens für die gesamte fränkische Region blieb. Das Kloster profitierte vor allem von der Bekanntheit und der Verehrung für die später heiliggesprochene Schwester Wunibalds, Walburga, die nach Wunibalds Tod die Führung des Doppel-Klosters übernommen hatte. Das großartige romanische Münster, dessen bauliche Ursprünge bis in das 12. Jahrhundert zurückreichen, zeugt bis heute von der Bedeutung und Größe des Klosters. Heidenheim ist somit die Wiege des christlichen Glaubens in Franken. Die Kirche war seinerzeit die erste Institution, die sich in Heidenheim ansiedelte, wenngleich der Ort erst vor knapp 80 Jahren zum Dekanatssitz erhoben wurde. Sie ist auch die letzte, die noch geblieben ist. Rentamt, Amtsgericht, Gefängnis, Polizeistation, Krankenhaus, Notar und Kaserne kamen und gingen.

Doch das hat auch sein Gutes: Während nämlich im fränkischen Seenland zwischen Gunzenhausen und Pleinfeld im Hochsommer Jubel, Trubel und Heiterkeit regieren, hat sich der Hahnenkamm auch in der Saison seine verträumte Beschaulichkeit bewahrt, was ihn im Grunde erst recht als Erholungsziel anziehend macht. Neben herrlichen Wandermöglichkeiten gehören etwa der Geologische Lehrpfad vom Hahnenkammsee über Hainsfahrt nach Döckingen, die romantisch-bizarre Ruine der Katharinenkapelle über Hechlingen oder der mächtige Kirchturm von Hohentrüdingen, einstmals Bergfried einer Stauferburg, der einen großartigen Blick ins Ries bietet, zu den Attraktionen der Gegend.

Am besten, Sie machen sich selbst ein Bild vom Hahnenkamm und seinen Schätzen. Wir würden uns freuen, Sie als Gast bei uns begrüßen zu dürfen.

Annette und Klaus Kuhn

Noch einige Zahlen zu unserem Dekanatsbezirk:

Größe: 210 km²

Zum Dekanatsbezirk gehören:

  • 17 Kirchengemeinden
  • 8 Pfarreien
  • 7,5 Pfarrstellen
  • 0,5 Stelle Regionaler Einsatz am Kloster Heidenheim
  • 0,5 Stelle Spiritualität am Kloster Heidenheim
  • 0,5 Stelle für theol.-pädag. Mitarbeit (Dekanatsjugendreferent/in)